Reisen - Deutschland

Zu Fuß durch die Hauptstadt Berlin

Bild1: Zu Fuß durch die Hauptstadt Berlin Bild2: Zu Fuß durch die Hauptstadt Berlin

16.03.2026

Eine anstrengende, aber eindrucksvolle Wanderung durch eine kontrastreiche Stadt, die wir als Randberliner so nicht erwartet hätten

Einmal als Randberliner wie ein Tourist durch Berlin laufen – warum eigentlich nicht? Zwei Mitarbeiter der Redaktion www.mol-nachrichten.de haben sich Zeit genommen und sind vom Hauptbahnhof bis zum Alexanderplatz und zurück gelaufen: Knapp elf Kilometer oder 18.000 Schritte, wie es eine Handy-App dokumentiert.

Der Nachmittag begann am Hauptbahnhof, einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Hauptstadt. Was für ein Betrieb! Offensichtlich hat es eilig. Hier kreuzen, beginnen oder enden Zuglinien des Fern- und Regionalbahnverkehrs. Der Bahnhof wurde im Mai 2006 seiner Bestimmung übergeben, und da wundert es schon, dass sich heute noch immer – oder vielleicht schon wieder – Baustellen befinden und das gleich an mehreren Stellen. Baustellen gab es bei der Wanderung im Übrigen unendlich viele zu sehen. Da fragt man sich: „Sind sie sinnvoll, noch in Betrieb, oder wurden sie einfach nur vergessen?“

Markant ist das Gebäude am Hauptbahnhof mit den sogenannten „gefalteten Glasfronten“, das durch Sonnenstrahlen zusätzlichen Glanz bekommt. Der Würfelbau auf dem Washingtonplatz wird „Cube“ genannt.

Wir wandern weiter und sehen schon von Weitem das Reichstagsgebäude. Vorbei am Paul-Löbe-Haus stoppen wir am Spreebogen und stehen dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus gegenüber. Das Paul-Löbe-Haus steht auf der Westseite des Spreebogens, das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus auf der Ostseite. Architekt für dieses Ensemble war übrigens Stephan Braunfels. Schiffe fahren an uns vorbei, und wir nehmen uns fest vor, bei schönerem Wetter auch einmal einen Ausflug auf der Spree zu unternehmen. Schnell nochmal den offensichtlich frierenden Schiffsgästen, es ist schließlich erst März, winken und weiter geht’s. Wir laufen weiter und überqueren die Marschallbrücke, vorbei am ARD-Hauptstadtstudio, in Richtung Friedrichsstraße. Sie ist eine der bekanntesten Straßen, vor allem des historischen Berlins. Wir sehen den „Tränenpalast“, bekannt als Ausreisehalle von der DDR in den Westen am Bahnhof Friedrichstraße. Er wird auch als der Ort der deutschen Teilung bezeichnet. Nicht zu übersehen ist ein riesiges Bürogebäude auf dem die Buchstaben EY zu sehen sind. EY steht für Ernst & Young Berlin.

Es geht wieder über die Spree. Im Kontrast zum modernen Bürogebäude überqueren wir die Weidendammer Brücke. Ursprünglich wurde sie als hölzerne Zugbrücke gebaut. Das war im Jahr 1685.

Die Hausnummer 107 in der Friedrichsstraße ist eine Adresse, die wohl jeder kennt: Hier steht der Friedrichstadtpalast. Darin die größte Theaterbühne der Welt. Wir biegen in die Oranienburger Straße ab. Sie verbindet die Friedrichsstraße und den Hackeschen Markt. Wir sehen den Fernsehturm und entdecken die Heckmann Höfe. Eine Idylle in der Großstadt. Ein kurzer Blick auf den Monbijoupark und schon ist das Pergamonmuseum, das bekannt geschlossen ist. Die Wiedereröffnung wird es im Frühjahr 2027 geben. Vorbei am Berliner Dom geht es in Richtung Mitte zum Alexanderplatz. Die Weltzeituhr wurde 1969 eingeweiht und hat nichts von ihrer Attraktivität verloren. Es geht zurück und vorbei am Roten Rathaus in Richtung Palst der Republik – ach nein, der steht ja nicht mehr. Dafür bewundern wir das neu errichtete Humboldt Forum. Es geht über die Schloßbrücke – über den Spreekanal – die vom Architekten Karl Friedrich Schinkel entworfen wurde.

Durch das Forum hindurch gelangen wir auf eine der wichtigsten Prachtstraßen von Berlin: Unter den Linden. Wir fragen uns, wie muss das in den goldenen Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ausgesehen haben? Frauen mit großen Hüten Männer mit Gehstock, Frack und Zylinder und Pferdekutschen bestimmten das Bild Berlins. Auch hier wieder Baustellen, die das Stadtbild einfach nur schädigen. In der Russischen Botschaft brennt in einigen Büros sogar noch Licht. Es geht durch das Brandenburger Tor, über den Platz des 18. März und erneut vorbei am Reichstaggebäude zurück zum Hauptbahnhof. Und dort – na ja es passt eben – eine große gelbe Warnbake die darauf hinweist, dass die Rolltreppen (Fahrtreppen, wie es im Fachjargon heißt) nicht funktionieren. Bloß gut, dass wir keine Koffer oder gar einen Kinderwagen dabeihatten. Wenn man diese Mühe für den umfangreichen Aufbau der Absperrung in die Reparatur investiert hätte, wäre wahrscheinlich schon alles erledigt.

.

Bildergalerie

« zurück